Asa Gohan: traditionelles japanisches Frühstück
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J wie Japan (Asa Gohan)

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Asa Gohan ist der Name für das traditionelle Frühstück in Japan. Asa Gohan wird nachgesagt, eines der gesündesten Frühstücke der Welt zu sein. Kein Wunder also, dass Japan eines der Länder mit der höchsten Lebenserwartung ist.

Aber auch in Japan nehmen immer mehr Menschen westliche Frühstücksgewohnheiten (Toast, süßes Gebäck, Obst und Müsli) an. Viele Japaner frühstücken aufgrund des großen Termindrucks morgens gar nicht. Allerdings ist ebenfalls zu verzeichnen, dass Asa Gohan durchaus – gerade bei der jüngeren Generation – wieder in Mode kommt. Insbesondere am Wochenende, wenn keine beruflichen Termine anstehen, nimmt man sich gerne mehr Zeit für die Zubereitung von einem traditionellen Frühstück (Asa Gohan).

Das üppigste und kunstvollste Frühstück bekommt man übrigens bei der Übernachtung in einem traditionellen japanischen Gasthaus, einem Ryokan. Dort bereitet man für die Gäste zum Frühstück viele verschiede Speisen zu. Diese werden dann in Miniportionen auf kleine Schälchen verteilt und appetitlich angerichtet.

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Asa Gohan – Das traditionelle japanische Früshstück

Das traditionelle japanische Frühstück (Asa Gohan) besteht typischerweise aus mehreren Komponenten:

  • Miso-Suppe
  • Gohan (Reis)
  • Tsukemono (eingelegtes Gemüse)
  • Tamagoyaki (Omelett)
  • Fisch
  • Tofu
  • Natto (fermentierte Sojabohnen)

Miso-Suppe

Miso-Suppe

Beim traditionellen japanischen Frühstück Asa Gohan darf eine Miso-Suppe auf keinen Fall fehlen. In Japan isst man sie nicht nur zum Frühstück, sondern auch oft auch zum Mittag- oder Abendessen. Daher kennt Ihr Miso-Suppe vermutlich, wenn Ihr schonmal in einem japanischen Restaurant gegessen habt. Aber wisst Ihr auch, woraus Miso-Suppe besteht?

Die Basis für Miso-Suppe ist Fischsud (Dashi). Vegetarische Varianten greifen auf Kombu-Algen oder auch Shiitake-Pilze als Geschmacksgeber zurück. In die Brühe wird Miso – eine salzige Paste aus fermentierten Sojabohnen, Getreide und Reis – eingerührt. Als Suppeneinlage eignen sich insbesondere Tofu, Wakame-Algen, weiße Enoki-Pilze mit langen dünnen Stielen und als Garnitur Frühlingszwiebeln.

Gohan (Reis)

Reis ist DAS Grundnahrungsmittel in Japan und darf deshalb natürlich auch beim traditionellen Frühstück (Asa Gohan) nicht fehlen. Was für uns die obligatorische Scheibe Brot ist, ist für den Japaner eine Schale Reis. Daher verwundert es nicht, dass das japanische Wort für gekochten Reis, gohan gleichzeitig „Mahlzeit“ bedeutet.

In Japan isst man in der Regel Rundkornreis. Rundkornreis lässt sich besser mit Stäbchen essen, als Langkornreis, der dafür zu trocken ist. Neben dem „normalen“ Rundkornreis gibt es noch speziellen Klebreis, aus dem man meist Süßspeisen wie z.B. Mochi (Reisküchlein mit süßer Füllung) herstellt.

Der zum traditionellen Frühstück servierte Reis ist in der Regel ohne weitere Gewürze in Wasser gegart. Um den Geschmack „aufzupeppen“ vermischen die Japaner ihren Reis oft mit einem rohen Ei und Sojasoße (tamago kake gohan). Wer kein rohes Ei mag, nimmt ein Onsen-Ei. Onsen-Eier sind Eier, die in Japans heißen Quellen, sogenannten Onsen, gegart wurden. Anders als üblich gekochte Eier garen sie ca. eine Stunde bei 62 °C – 69 °C. Dadurch gerinnen Eiweiß und Eigelb nur leicht. Die Eier erhalten eine gleichmäßig wachsweiche Konsistenz, die mit verlorenen Eiern zu vergleichen ist.

Gerne wird der Reis auch mit angebratenem Gemüse vom Vorabend oder roten Bohnen vermischt. Ich persönlich mag es gern, meinen Reis mit etwas Furikake (japanische Streuwürze) zu besprenkeln.

Tsukemono (eingelegtes Gemüse)

Tsukemono (eingelegtes Gemüse)

Eingelegtes Gemüse (Tsukemono) ist ein fester Bestandteil der japanischen Küche. Es wird nicht nur zum traditionellen Frühstück (Asa Gohan) aufgetischt. Vielmehr serviert man Tsukemono generell als Beilage zu Reis, als Snack zu Getränken oder im Rahmen eines Kaiseki-Menüs zur japanischen Teezeremonie.

Normalerweise wird das Gemüse in Kochsalz­lake eingelegt. Für einige Arten verwendet man zum Einlegen auch Sojasauce, Miso, Essig, Reiskleie oder Reiswein (Mirin). Das Verfahren erfolgt ähnlich wie beim Sauerkraut auf Basis der Milchsäuregärung. Oft verwendete Gemüsesorten sind Daikon-Rettich, Umeboshi-Pflaumen (eine Aprikosenart) und Gurken. Mir persönlich schmeckt Daikon-Rettich am besten, pur oder mit Reis.

Tamagoyaki (Omelett)

Das rohe bzw. weich gekochte Onsen-Ei hatte ich bereits oben erwähnt: Man gibt das Ei mit etwas Sojasoße über heißen Reis und vermengt alles zusammen mit den Stäbchen.

Alternativ oder auch zusätzlich serviert man zum traditionellen japanischen Frühstück (Asa Gohan) gerne Tamagoyaki. Tamagoyaki ist ein gerolltes und in stäbchengerechte Scheiben geschnittenes Omelett. Anders als hierzulande, wo man Omelett mit Salz und Pfeffer würzt, verwenden die Japaner für Tamagoyaki Reiswein (Mirin), Sojasoße und etwas Zucker. Tamagoyaki schmeckt also leicht süßlich .

Das perfekte Rollen des Omeletts ist in Japan eine Kunst für sich: Der flüssige Teig wird in mehreren Schritten gebraten: Man gießt einen Teil der verquirlten Eier in die heiße Pfanne. Wenn die Masse zu stocken beginnt, wird das Omelett von einer Seite aus – wie eine Rolle – dreifach zusammengeklappt. Sodann gibt man wieder etwas Ei in die Pfanne. Hierbei ist es wichtig, dass das flüssige Ei auch unter die an der Seite liegende Rolle läuft. Ist das Ei gestockt, klappt man das erste Omelett mit der neuen Eischicht erneut dreifach zusammen. Dieser Vorgang wiederholt sich mehrfach, bis die Rolle rechteckig geworden ist. Da ich keine japanische Köchin bin 🙂 rolle ich – der Einfachheit halber – mein Omelett ist mit den Fingern vorsichtig zu einer Rolle. Das schmeckt genauso gut!

Fisch

Eine weitere beliebte Komponente des traditionellen japanischen Frühstücks (Asa Gohan) ist Fisch, insbesondere Lachs. Er kann auf unterschiedlichste Arten auf den Tisch kommen: Gegrillt, angebraten oder getrocknet. Ich mag ihn am liebsten mit etwas Zitronensaft mariniert und dann gegrillt oder kurz in der Pfanne gebraten. Zum Abschluss würze ich den Lachs mit etwas Salz und toppe ihn etwas geraspelten Ingwer. Lecker!!! Wenn Ihr keinen Fisch esst oder nicht mögt, könnt Ihr alternativ Tofu verwenden, pur, gegrillt oder auch gebraten.

Proteinquellen: Omlette, Lachs, Tofu

Tofu

Hierzulande verbindet man mit Tofu überwiegend eine Alternative zu Fleisch. In Japan ist Tofu schon immer ein gern gesehener Bestandteil in der alltäglichen Küche. Die butterweiche Version, die wir als Seidentofu kennen, dient als Suppeneinlage oder für die Zubereitung von Soßen bzw. Dipps. Feste Tofustücke eignen sich sehr gut zum Grillen schmecken mit einem Miso-Dip hervorragend.

Für das traditionelle japanischen Frühstück (Asa Gohan) wird weicher, aber dennoch schnittfester Tofu in Stücke geschnitten und mit Toppings (z.B. geriebener Ingwer, Bonito-Thunfisch-Flocken) sowie Sojasauce serviert. Das heißt dann: Hiyayakko.

Natto

Natto

Hinter Natto verbergen sich Sojabohnen, die ursprünglich durch Einwickeln in Reisstroh mehrere Tage fermentiert wurden. Heutzutage erfolgt die Fermentierung schneller durch Chemie und Technik. Das Ergebnis ist jedoch das gleiche: Natto ist speziell! Aussehen, Geruch und Geschmack dieser Beilage sind – jedenfalls für Nichtjapaner – erst einmal gewöhnungsbedürftig. Natto sieht ein bisschen schleimig aus, zieht klebrige Fäden und riecht in der Tat sehr intensiv.

In Japan gilt Natto jedoch als gesundes Super-Food und ist sehr beliebt. Jeder Supermarkt in Japan bietet diese mysteriösen Bohnen im Kühlregal an, sorgfältig in Plastik und Styropor verpackt.

Allerdings isst kaum ein Japaner Natto pur. In der Regel wird Natto mit Reis vermischt und nach Geschmack mit einem rohen Ei, Sojasauce und Senf verzehrt. Darüberhinaus bieten japansiche Sushi-Restaurants Natto-Maki an. Zerkleinertes Natto findet man außerdem in Mochi-Reisküchlein, Miso-Suppe und getrocknet in Gewürzmischungen. In Japan macht man sogar Eiscreme mit Natto. Fäden inklusive!

Soweit so gut. Das war ein Überblick über das traditionelle japanische Frühstück (Asa Gohan). Ihr findet, das klingt aufwändig und umständlich? Ist es aber nicht! Das Frühstück, das in vielen japanischen Haushalten auf den Tisch kommt, besteht nämlich aus Komponenten, die entweder bereits fertig sind (z.B. Natto, Tsukemono), oder sich unkompliziert zubereiten lassen. Die auf den ersten Blick ungewöhnlichen Zutaten, wie z.B. Miso, Dashi, Tsukemono, Natto usw. könnt Ihr problemlos in gut sortierten Asiamärkten kaufen. Dort gibt es sogar diverse Instant-Varianten für Miso-Suppe. In Frankfurt am Main empfehle ich Euch: Taisan.

So, nun ran an die Stäbchen und: Itadakimasu – いただきます (Guten Appetit)!

Asa Gohan: traditionelles japanisches Frühstück

Asa Gohan

Traditionelles japanisches Frühstück
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Gericht Frückstück
Land & Region Japan
Portionen 2 Personen

Zutaten
  

Für den Reis:

  • 100 g (japanischer) Rundkornreis*
  • 2 rohe oder sehr weich gekochte Eier
  • 2 EL Sojasoße
  • 2 TL Furikake-Gewürzmischung*

Für die Miso-Suppe:

  • 1 EL Misopaste*
  • 1 EL Dashi-Brühe (Pulver)*
  • 250 ml heißes Wasser
  • 60 g (Seiden)tofu in 1cm große Würfel geschnitten
  • 1 EL in Wasser eingeweichte Wakame-Algen*
  • 1 EL Sojasoße
  • 1 EL fein gehackte Frühlingszwiebeln

Für den Lachs:

  • 150 g Lachsfilet
  • 1 EL Zitronensaft
  • 1 EL frisch geraspelten Ingwer
  • 1 Prise Salz
  • 1 EL Öl zum Braten

Für das Omelett:

  • 2 Eier
  • 2 EL Sojasoße
  • 2 TL Reiswein (Mirin)*
  • 1/2 TL Zucker
  • 1 Prise Salz
  • 1 EL Öl zum Braten
  • 1/4 Nori-Algenblatt* in feine (ca. 1 cm lang und 0,3 cm breit) Streifen geschnitten

Für das Natto:

  • 1 Päckchen Natto*
  • 2 EL Tsuyu (japanische Fisch-Soja-Soße)*
  • 1 TL Senf

Außerdem:

  • je 1 EL Tsukemono* (einglegtes japanisches Gemüse) nach Wahl z.B. Daikon-Rettich, Gurke, Umeboshi (Pflaume)

Anleitungen
 

Reis

  • Reis nach Packungsanleitung garen. Etwas ausdampfen lassen und locker auf zwei Schälchen verteilen.
  • Auf beide Reisschälchen ein rohes bzw. weich gekochtes Ei geben. Reis und Ei gut miteinander vermengen. Den Reis mit Sojasoße und etwas Furikake-Gewürz abschmecken.

Miso-Suppe

  • Die eingeweichten Algen in kleine Stücke schneiden. Dashi-Brühe (Pulver) in das heiße Wasser rühren. Miso-Paste hinzufügen und alles gut verrühren, so dass keine Klümpchen mehr vorhanden sind. Tofu und Algen hinzufügen.
  • Suppe mit Sojasoße abschmecken und zum Schluss mit Frühlingszwiebeln garnieren. Miso-Suppe auf zwei Schälchen verteilen und schnell servieren.

Lachs

  • Lachsfilet unter kaltem Wasser abspülen und trocken tupfen. Mit etwas Zitronensaft beträufeln und ein paar Minuten marinieren.
  • Lachs in fingerbreite Steifen schneiden und in heißem Öl von allen Seiten kurz anbraten. Alternativ kann man den Lachs auch grillen. Lachsstücke auf zwei Teller verteilen, mit Salz abschmecken und mit etwas frisch geraspeltem Ingwer dekorieren. Sofort servieren (ggf. kurz im Ofen warmhalten, bis alle anderen Komponenten fertig sind).
  • Tipp: Statt Lachs könnt Ihr auch Tofu (pur oder gebraten) verwenden. Das schmeckt ebenfalls sehr gut.

Omelett

  • Eier verquirlen, mit Sojasoße, Reiswein (Mirin), Zucker und Salz würzen. Öl in einer Pfanne erhitzen. Aus der Eiermasse zwei dünne Omeletts backen. Die Omeletts vorsichtig einrollen und in stäbchengerechte Scheiben schneiden.
  • Omeletts mit etwas Nori-Algenblättern dekorieren. Auf zwei Teller verteilen und sofort servieren. Ggf. kurz im Ofen warmhalten, bis alle anderen Komponenten fertig sind.

Natto

  • Natto in der Mikrowelle nach Anleitung auftauen und erhitzen. Mit Tsuyu-Soße und Senf abschmecken.
  • Tipp: Natto vor dem Verzehr am besten mit Reis vermischen. Dann ist der Geschmack nicht ganz so extrem.

Tsukemono (Eingelegtes Gemüse)

  • Jeweils 1 – 2 EL von den verschiedenen Tsukemono-Sorten auf separate Tellerchen/Schälchen verteilen und als Beilage servieren.

Notizen

*Diese Zutaten erhaltet Ihr in gut sortierten Asiamärkten.
Keyword Asa Gohan, Daikon, Dashi, Fisch, Furikake, Lachs, Mirin, Miso, Natto, Omelett, Reis, Reiswein, Soja, Soja-Soße, Tamagoyaki, Tofu, Tsukemono, Tsuyu, Wakame

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3 Kommentare

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