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B wie Belgien (Belgische Waffeln)

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Belgische Waffeln sind in der ganzen Welt bekannt und berühmt. Im Gegensatz zu unseren klassischen Herzwaffeln sind sie dicker und saftiger. Aufgrund der tiefern Einkerbungen eignen sie sich perfekt zum Halten von Sirup, Sahne, Früchten und anderen Toppings.

Bevor Ihr aber mehr über belgische Waffeln erfahrt, vorab ein paar allgemeine Informationen über die belgische Küche und das Frühstück in Belgien.

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Die belgische Küche

Die belgische Küche vereint Einflüsse aus den Nachbarländern Frankreich, Deutschland und den Niederlanden. In Flandern sind die Einflüsse aus der französischen Küche stark, während in Wallonien die deutsche und französische Küche eine größere Rolle spielt.

Insgesamt ist die belgische Küche bodenständig und herzhaft. Ein sehr bekanntes Gericht ist Stoemp. Hierbei handelt es sich um gestampftes Kartoffelpüree, das mit Gemüse wie z.B. Karotten, Lauch, Rosenkohl, Chicorée, Zwiebeln usw. gemischt wird. Dazu wird Schweinefleisch, Wurst, Blutwurst, Speck oder auch ein Spiegelei gereicht. Es gibt viele kreative Abwandlungen des Rezepts. Erlaubt ist alles, was die Vorratskammer gerade hergibt!

Carbonnade Flamande ist eine Art Rindfleischgulasch in einer sehr schmackhaften Bier- und Lebkuchensoße mit braunem Zucker. Der Name leitet sich von „Charbon“ (frz. „Kohle“) ab, auf der das Fleisch früher gegart wurde. Traditionelle Beilagen sind Pommes frites und Salat.

Carbonnade Flamande

A propos Pommes Frites: Sie sind ebenfalls ein Klassiker der belgischen Küche und weltweit bekannt. Belgische Pommes werden zweimal frittiert, um eine perfekte Knusprigkeit zu erreichen. Zu Pommes isst man in Belgien übrigens gerne Miemuscheln (Moules-frites).

Die besten Pommes gibt es in Brüssel bei Maison Antoine:

Maison Antoine

Auch Bier hat in Belgien hat eine lange Tradition. Das Land produziert unzählige verschiedene Sorten. Bekannt sind insbesondere Trappistenbiere, Lambic, Gueuze und Dubbel.

belgische Bierauswahl

Süßmäuler kommen in Belgien ebenfalls auf ihre Kosten. Das Land ist berühmt für seine hochwertige Schokolade und Pralinen. Namen wie Neuhaus, Godiva und Leonidas sind international bekannt.

Schaufenster bei Godiva in Brüssel

Das Frühstück in Belgien

Zum Frühstück wird typischerweise frisches Baguette mit Butter und Marmelade oder Honig serviert. Typisch belgisch ist der – auch bei uns bekannte – Lotus Biscoff-Brotaufstrich. Hierbei handelt es sich um eine sehr leckere süße Creme aus Spekulatius.

Wer es morgens lieber herzhaft mag, greift zu Aufschnitt, Käse oder Eiern (gekocht, Spiegelei, Rührei).

Anstelle von Baguette wird zum Frühstück auch gerne Pain d’épices, ein würziger Honigkuchen gereicht. Geschmacklich erinnert er an den niederländischen Ontbijtkoek. Ein Rezept für Ontbijtkoek findet Ihr ebenfalls auf meinem Blog und zwar hier.

Ebenfalls typisch belgisch ist Cramique, einer Art Briochebrötchen mit Rosinen.

Aufgrund der Nähe zu Frankreich gibt es zum Frühstück selbstverständlich auch Croissants und Pain au Chocolat.

Aber auch Obst und Müsli mit Milch oder Joghurt sind vom belgischen Frühstückstisch nicht weg zudenken.

Mein eindeutiger Frühstücksfavorit aber sind Belgische Waffeln!

Belgische Waffeln

Belgische Waffeln (französisch gaufres, niederländisch wafels) sind weltweit bekannt.

Sie sind größer und dicker, als die klassisch deutschen Herzwaffeln. Charakteristisch sind die tiefen Einkerbungen, welche die verschiedenen Toppings sehr gut aufnehmen können.

Es gibt zwei Haupttypen von belgischen Waffeln – die Brüsseler Waffel und die Lütticher Waffel.

Beide Waffeltypen sind gleichermaßen beliebt und bekannt. Am besten schmecken sie frisch und warm direkt aus dem Waffeleisen. Dann sind sie noch besonders knusprig.

Brüsseler Waffeln

Die Brüssler Waffel ist rechteckig und besteht aus einem weichen Rührteig. Es gibt Rezepte mit oder ohne Hefe. Die Zubereitung mit Hefe dauert zwar länger, aber dafür ist die Waffel schön luftig.

Der Legende nach wurde die Brüsseler Waffel nicht in Brüssel, sondern in Gent erfunden. Daher hießen sie zunächst „Flämische Waffeln“. Nach und nach verschwand der Name „Flämische Waffeln“ und die Waffeln wurden als „Rührteigwaffeln“ bezeichnet. Schließlich begann ein Genter Bäcker die Waffeln unter dem Namen „Brüsseler Waffeln“ zu verkaufen. Dieser Name setzte sich durch.

Lütticher Waffeln 

Im Gegensatz zur Brüsseler Waffel ist die Lütticher Waffel ist nicht rechteckig sondern oval. Außerdem ist der Hefeteig deutlich fester und aufgrund der Zugabe von viel Butter deutlich gehaltvoller. Dem Teig wird vor dem Backen Perl- oder Hagelzucker beigemengt. Dadurch schmeckt die Lütticher Waffel deutlich süßer, als ihr Brüsseler Pendant. Der Hagelzucker karamellisiert beim Backen, weshalb die Lütticher Waffeln so schön crunchig wird.

Nach der Legende wurden die Lütticher Waffeln im 18. Jahrhundert erfunden. Auf die Bitte eines Lütticher Prinzen, ein Gebäck mit viel Hagelzucker zu kreieren, mischte der Bäcker Hagelzucker mit einen briocheähnlichen Teig. Diesen bereitete er dann in einem Waffeleisen zu. Der Prinz war sehr zufrieden und so wurde das Rezept zur Spezialität der Region von Lüttich.

Lütticher Waffel

Ich habe lange überlegt, ob ich für diesen Beitrag ein Rezept für Brüsseler – oder Lütticher Waffeln ausprobieren soll. Schließlich habe ich mich – auf Empfehlung einer sehr guten Bekannten, die schon sehr lange in Belgien lebt – für Lütticher Waffeln entschieden. Und ich muss sagen, dass dies eine sehr gute Entscheidung war!

Typische Beilagen

Ehe ich es vergesse: Belgische Waffeln schmecken nicht nur pur mit Puderzucker, sondern – ganz nach persönlichem Geschmack – auch mit diversen Toppings (z.B. frische Erdbeeren und Bananen, Sahne, Schokosauce, Marmelade, Sirup, Nougatcreme, Eis …). Hier ist Eurer Kreativität keine Grenzen gesetzt.

Lütticher Waffel mit Topping

So, nun aber viel Spaß beim Backen! Und:

Guten Appetit, Bon apétit, Eet smakelijk!

Belgische Waffeln (Lütticher Waffeln)

Gericht Dessert, Frühstück, Kuchen, Street-Food
Land & Region belgisch
Portionen 15 Stück

Zutaten
  

  • 500 g Mehl
  • 200 ml lauwarme Milch
  • 20 g frische Hefe
  • 2 Eier
  • 40 g brauner Zucker
  • 200 g Butter (zimmerwarm) in Würfel geschnitten
  • 7 g Salz
  • 150 g Hagelzucker

Anleitungen
 

  • Lauwarme Milch in eine Rührschüssel geben und die Hefe hineinbröseln.
  • Mehl, Salz und Zucker hinzufügen.
  • Den Teig leicht verrühren. Am besten funktioniert das mit einer Küchenmaschine.
  • Eier hinzugeben und den Teig wieder etwas verühren.
  • Die weiche Butter portionsweise einarbeiten. Dabei weiter rühren, bis ein elastischer Teig entsteht.
  • Den Teig mit einem Teigschaber mittig in der Schüssel positionieren.
  • Teig an einem warmen Ort abgedeckt ca. 1,5 Std. ruhen lassen, bis er sein Volumen verdoppelt hat.
  • Hagelzucker vorsichtig mit den Händen in den Teig einarbeiten. Dabei sollte der Teig nur noch kurz und leicht geknetet werden.
  • Achtung: Der Teig ist klebrig. Das ist richtig so.
  • Teig mit den Händen in ca. 15 Portionen teilen und auf einem Backpapier erneut ca. 20 Min. ruhen lassen.
  • Teigportionen im vorgeheiztem Waffeleisen nacheinander einige Minuten backen, bis die Waffeln gold-braun und knusprig sind.
  • Nach Belieben mit Toppings garnieren (z.B. Puderzucker, Sahne, Schokosoße, kleingeschnittenes Obst usw.)

Notizen

Die Waffeln schmecken natürlich frisch und warm – direkt aus dem Waffeleisen – am besten.
Man kann sie aber auch gut einfrieren und portionsweise im Backofen oder der Mikrowelle auftauen.
Die Waffeln schmecken pur oder mit Topping nach Wahl (z.B.: Puderzucker, Sahne, Schokosoße, Ahornsirup, kleingeschnittene Bananen, frische Erbeeren, Himbeeren, Blaubeeren, Kiwi usw.). Der eigenen Kreativität sind keine Grenzen gesetzt.
 

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